Der Nichtgeburtstag
„Juhu, heute ist mein Geburtstag, endlich bin ich 9 Jahre alt!“ denkt sich Nico, als er am Donnerstagmorgen in seinem Bett aufwacht. Schon die ganze Woche konnte er an nichts anderes denken, als an seinen Geburtstag. Heute sollte er sein neues Fahrrad bekommen. „Nico, bist du wach? Komm bitte runter zum Frühstück“ hörte er seine Mutter vom unteren Ende der Treppe rufen. Komisch, sonst wecken sie mich immer mit einem Lied und Kuchen. Leicht verwirt zieht er sich an und geht hinunter ins Esszimmer. Er sieht seinen Vater am Esstisch sitzen, oder eher seine Hände, die die Morgenzeitung umklammern. O.k., ich setz mich erst mal hin und schau was passiert. „Und Nico, was ist heute in der Schule zu tun?“ fragte seine Mutter. „Nichts wichtiges Mama“, brummelte er vor sich hin. Was soll das denn! Heute ist mein Geburtstag und alle haben ihn vergessen! Mit Tränen in den Augen rennt Nico aus dem Zimmer, auf dem Weg die Treppe hoch wäre er beinahe hingefallen. Wütend wirft er sich aufs Bett und weint bitterlich: „Meine Eltern haben mich nicht mehr lieb, alle anderen sind wichtiger als ich!“ „Was erzählst du denn da für einen Schmarrn! Natürlich haben wir dich lieb! Du bist doch unser Sohn!“ sagte seine Mutter zu ihm, die sich neben ihm aufs Bett gesetzt hatte. „...und ….wieso…vergesst ihr dann meinen Geburtstag?“ stammelte er zwischen seinen Schluchzern. „Wieso Geburtstag? Heute ist der 14. und soweit ich weiß, hab ich dich am 15. bekommen. Ich werd’s ja wissen“ sagte seine Mutter. Erstaunt blickt Nico auf: „Was, ich dachte…“ „Ja, ja, so ist er halt mein Sohn!“ Was für ein Glück, meine Eltern mögen mich doch noch. Und ich hab’ erst morgen Geburtstag! Jetzt kann ich mich doch noch einen ganzen Tag freuen! Und morgen bekomm’ ich dann mein Fahrrad! W. 16 Jahre |
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